MAGISCHE FRAUEN
26.10.2025–22.02.2026
Die Ausstellung ist der Frage nachgegangen, was vielleicht magisch, was okkult, was spirituell ist. Hier sind vor allem künstlerische Positionen versammelt, die sich diese Themen in ihrer künstlerischen Praxis zu eigen machen, sie nutzen – auch als Werkzeug. Häufig, um aus einer feministischen Perspektive Kritik an gesellschaftlichen Strukturen zu üben. So wurden viele Themen, die uns alle betreffen, in der Ausstellung immer wieder angesprochen. Das sind zum Beispiel Aspekte von Körperlichkeit: Was ist Weiblichkeit, was ist Geschlecht, was sind normative Formen, was ist das Patriarchat? Wie können sich auch Frauen in der Gesellschaft verorten, Kritik üben, sich Raum schaffen? Gleichzeitig offenbarte sich auch ein sehr stark postkolonialer Blick durch die Kunstwerke auf eine globalisierte Welt, ebenso auf eine globalisierte Kunstwelt. 

„Das Thema hat eine hohe Aktualität. Das hat man ganz deutlich gesehen am Zuspruch vonseiten der Besucher*innen über die ganze Laufzeit und an den Gesprächen, die ich geführt habe.“Birte Hinrichsen | Kuratorin 

Birte Hinrichsen ist Kunsthistorikerin und seit 2021 Kuratorin der Draiflessen Collection. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen neben dem Material Turn und Cultural Turn, Gender- und Körperdebatten sowie Naturrepräsentationen in Kunst und Museen.

Mein Fazit zu der Ausstellung bewegt sich auf verschiedenen Ebenen: Mein persönliches ist, dass es wirklich ein mir extrem wichtiges Thema war und ich sehr froh bin, dass ich das hier in der Draiflessen Collection realisieren konnte. Was mich besonders gefreut hat, was auch ein Fazit fürs Haus ist, dass das Thema eine hohe Aktualität hat. Das hat man ganz deutlich daran gesehen, dass der Zuspruch vonseiten der Besucher*innen über die ganze Laufzeit sehr hoch war. Die Gespräche, die ich geführt habe mit Menschen in den Führungen oder auch mit Schulklassen, die zu ganz aktuellen Themen Anknüpfungspunkte in der Ausstellung gefunden haben, haben mich nochmals bestärkt, dass die Ausstellung Relevanz hat.

The Missing Link
Die Ausstellung passt zu dem Jahresmotto insofern, dass sie Themen aufzeigt, die vielleicht in unserem Alltag nicht so präsent sind. Oder eher belächelt, eher kritisiert werden. Aspekte wie Aberglaube, Zukunftsvorhersagen, okkultistische Praktiken spielen eine Rolle. Ganz andere Religionen oder Figuren und Rollen, die uns im eurozentristischen Kulturraum nicht so vertraut sind. So habe ich versucht, mit der Ausstellung auf verschiedenen Ebenen diesen fehlenden Link herzustellen und Verbindungen aufzuzeigen.

weitere Details auf der Homepage


Der Katalog ist ein Muss in einer Zeit, in der okkulte Motive und Rituale im popkulturellen Mainstream ein Comeback feiern. Ob Hexe, Seherin oder Hohepriesterin – Weiblichkeit und das Magische sind in verschiedensten Kulturkreisen untrennbar miteinander verbunden. Künstler*innen nehmen die uralte Tradition in ambivalenten Bildern auf, stellen Fragen und fordern Deutungshoheit zurück.

Blick in den Katalog MAGISCHE FRAUEN